Technologie

Herausforderungen

Keime auf Oberflächen

Keime neigen dazu, sich an Oberflächen anzusiedeln. Nahezu alle unbelebten Oberflächen sind mit apathogenen Mikroorganismen besiedelt. In Gesundheitseinrichtungen, stark frequentierten öffentlichen Bereichen, in feuchtem Milieu wie Bädern, Wellnessbereichen, Kühltürmen, Klimaanlagen usw. finden sich darüber hinaus zunehmend fakultativ pathogene und multiresistente pathogene Mikroorganismen (grampositive & gramnegative Bakterien, Pilze). Kunststoffoberflächen bieten ein besonders günstiges Wachstumsmilieu für Mikroorganismen, indem die Kohlenstoffatome aus Kunststoff (z.B. Polyurethan) als Nährstoffe für die Proliferation und Biofilmbildung verwendet werden.

Das Wachstum von Mikroben auf Oberflächen ist in der Regel ein unerwünschter Effekt. Die Besiedelung von Oberflächen mit Mikroorganismen stellt ein Hygienerisiko dar (z.B. in Spitälern und öffentlichen Einrichtungen), beeinträchtigt den Gebrauchswert von Oberflächen (z.B. durch Korrosion) oder führt zu Verderbserscheinungen.

Die Vermeidung von Biofilmen besitzt in einigen industriellen Bereichen (z.B. in Klimaanlagen oder bei der Schifffahrt) ein erhebliches Energieeinsparpotential und führt zu höheren Produktlebenszeiten.

Infektionen im Gesundheitswesen

Infektionen spielen im Gesundheitswesen eine besondere Rolle. Heilungsverzögernde sowie lebensbedrohliche Infektionen werden im Krankenhaus durch pathogene Mikroorganismen, die in zunehmendem Maße eine wesentlich verminderte Empfindlichkeit auf Antibiotika aufweisen, ausgelöst (nosokomiale Infektionen). In einer Zusammenfassung der Expertenkommission der ESCMID (European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases) wurde 2005 das Ausmaß diese Problematik definiert. In Europa ist jährlich mit 1,75 Millionen Patienten zu rechnen, die an einer schweren nosokomialen Infektion erkranken. Die Letalität dieser Infektionen wird mit 180.000 beziffert. Ähnliche Zahlen werden aus den USA berichtet, in Entwicklungsländern ist die Rate um das 2,5 fache höher. Es wird davon ausgegangen, dass zur Beseitigung von Folgeschäden, die durch nosokomiale Infektionen hervorgerufen wurden, weltweit jährlich zweistellige Milliarden­beträge erforderlich sind.

Multiresistente Keime stellen eine besondere Bedrohung dar, weil man ihnen selbst mit intensiven antibiotischen Maßnahmen nicht beikommen kann.

Deshalb kommt der Prävention der im Krankenhaus erworbenen Infektionen der größte Stellenwert zu. In diesem Zusammenhang hat auch die Verfügbarkeit von kostengünstigen Werkstoffen mit leistungsstarker, antimikrobieller Wirksamkeit eine immer höhere Bedeutung. Dies gilt nicht nur für Intensivstationen, sondern auch für Orte, die häufig von Menschen frequentiert werden (Krankenhäuser im Allgemeinen, Arzt­praxen, Pflegeheime, Kindergärten aber auch öffentliche Gebäude mit regem Kundenverkehr, Flughäfen und andere öffentliche Verkehrsmittel).

Dabei kommen sowohl keimtötende Medikamente, vor allem aber Stoffe, die lebensfeindliche Bedingungen für Mikroorganismen an Oberflächen schaffen, zur Verwendung. Um die Bildung von Resistenzen gegen entsprechende Medikamente zu minimieren, konzentriert sich die aktuelle Forschung vorwiegend auf die Entwicklung von medikamentenfreien, bioziden Werkstoffen.

Nutzen der AMiSTec-Technologie

Kostendämpfung im Gesundheitsbereich nicht nur durch die Einsparung von Antibiotika, einer Verminderung des Selektionsdruckes bezüglich der Resistenzentwicklung sondern auch in einer beschleunigten Heilung und Entlassung von Patienten.